Inspiration zur Selbstentfaltung

Augenblicke der Stille

Samstag, Juli 29th, 2017 at 19:21

Augenblicke der Stille brauchen wir alle mal, um uns zu erholen und zu resetten. Wie oft sind wir getrieben von Hast und Hetze des Alltags, sind im Stress und sind noch dazu einer ständiger Reizüberflutung unserer Sinne ausgesetzt. Wie oft sehnt sich dann unsere Seele nach Ruhe und Entspannung. Wie ernst nehmen wir das Bedürfnis nach Abschalten und Erholung?

Sagen wir nicht oft: „Bei meinem Beruf und in meiner Lebenssituation bleibt keine Zeit zum Abschalten?“ Tatsache ist, dass wir heute in unserer westlichen Welt in einer hektischen und schnelllebigen Zeit leben. Wie reagieren wir auf dieses Tempo? Machen wir unentwegt mit, lassen uns antreiben oder treiben selbst andere Menschen an oder halten wir inne und bewegen uns in unserem eigenen Tempo?  Wie sieht unser Freizeitverhalten aus? Nehmen wir uns da Augenblicke der Stille, wo mal alle künstlichen Geräuschquellen abgestellt werden, machen einen Spaziergang in der Natur und achten mal auf die natürlichen Geräusche wie das Zwitschern der Vögel, das Rauschen der Bäume und das leise Plätschern eines Baches. Hier kann die Seele aufatmen, einfach mal nur langsam durch die Natur gehen oder auf einer Bank verweilen, ohne Ziel, ohne dem Körper oder Geist etwas abzuverlangen, sondern einfach nur zu sein.

Wie schön ist es am Meer den Wellen nach zu sehen, den Sand unter den Füßen zu spüren, die Wolken zu beobachten und die Sonne im Gesicht zu spüren. Nehmen wir uns kleine Auszeiten. Das geht auch in jeden Augenblick zuhause, einmal alle Störquellen abstellen, sich in einem Sessel in der Wohnung oder auf dem Balkon niederlassen und nach innen schauen. So können wir die Gedanken auf Reisen schicken und ganz bei uns selbst sein, finden wir immer wieder Momente, wo wir der Stille lauschen.

Manch einer hat vielleicht auch Angst vor der Stille, die für den ein oder anderen schwer zu ertragen scheint. Ist da die Sorge sich keine Pause zu erlauben zu dürfen? Wagen wir nicht aus dem Hamsterrad auszusteigen oder wissen gar nicht, wie wir es anhalten können? Haben wir Angst vor dem, was an seelischen Schmerz  in der Stille in Erscheinung treten könnte, werden vielleicht nicht gelebte Träume bewusst oder Gefühle der Einsamkeit und Leere? Es gilt sich auch diesen Gefühlen zu stellen, die da unter Umständen unter der Oberfläche brodeln, wie leicht holen uns diese eventuell auf andere Weise durch Krankheit oder Schicksalsschläge ein, wo wir zur Ruhe und zum Nachdenken quasi gezwungen werden.

Konzentrieren wir uns in ruhigen Momenten ganz auf uns, fragen uns viel mehr: „Was ist das Schöne dieses Augenblicks?“ und kommen ganz im Moment an.

Solche Augenblicke geben uns Kraft und Energie, auf dass wir den Alltag leichter meistern können. Kleine Ruhepausen lassen sich immer wieder – und sei es nur für ein paar Minuten – im Alltag einbauen, wo wir ein paar Mal tief durchatmen und inne halten. Erlauben wir uns diese kleinen Auszeiten und besinnen uns für einen Moment auf uns selbst.

 

Lebe den Augenblick

Mittwoch, Juni 28th, 2017 at 10:14

Wir wissen es alle längst oder haben zu mindestens gehört:  „Lebe den Moment. Dir gehört nur der Augenblick.“ Tatsächlich gehört uns nicht die Vergangenheit, sie ist vorbei. So oft wir auch darüber nachdenken, uns grämen oder daran erfreuen, ändern können wir sie nicht mehr. Ebenso gehört uns die Zukunft noch nicht. Wir können uns noch soviel Gedanken machen, was alles in der Zukunft sein und vor allen Dingen was passieren kann, dennoch stellen wir dann schließlich fest, dass alles doch ganz anders kommt als zunächst erwartet.

Überprüfen wir mal unsere Gedanken, die uns jetzt gerade durch den Kopf gehen, so fällt vielen auf, dass sie mit ihren Gedanken nur zum Teil beim Lesen dieses Textes sind und da noch Parallelgedanken haben, die sich um gestern oder morgen kreisen oder wir sind in Gedanken bei anderen Menschen.

Wann sind wir wirklich im Augenblick ganz präsent?

Wir leben heute in einer oft hektischen und schnelllebigen Zeit, multtasking ist an der Tagesordnung oder wir meinen, wir beschäftigen uns mit einer Sache und sind doch in Gedanken bei tausend anderen Dingen. Wie oft machen wir auch mehre Aktionen gleichzeitig. Kein Wunder, dass wir uns ständig gestresst fühlen. Wie kommen wir in den Moment, schalten mal alle andere Gedanken und Aktionen nebenbei ab?

Dabei ist es so wichtig ganz im Augenblick präsent zu sein, schaffen wir doch in der Gegenwart die Grundlage für die Zukunft. Das, was wir heute denken, tun und unterlassen hat Konsequenzen für die Zukunft. Auch gilt es das Gute und Schöne des Augenblicks zu erkennen und zu genießen. Wie oft stellen wir später fest: „Wie schön war es doch damals und ach hätte ich doch den Augenblick besser gelebt, anders hingesehen und dieses und jenes anders gemacht.“ Wir kennen diese Gedanken alle und erkennen nicht selten, weil ich damals so im Stress war, habe ich die Zeit mit meinen Lieben, dem Partner, den Kindern oder Freunden nicht wirklich genossen. Gehen wir in den Augenblick, sind wir ganz bei uns, erkennen wir auch leichter, was im Moment wirklich wichtig ist und leben gesünder.

In den Augenblick kommen wir, wenn wir uns mal genau beobachten bei dem, was wir gerade denken, fühlen, sagen und tun.

Hier eine kleine Achtsamkeitsmeditation um ganz in den Augenblick und zu sich selbst zu kommen:

Setz oder leg dich so bequem wie eben möglich hin und nimm dir ein paar Minuten Zeit für dich. Schalte alle Störquellen nach Möglichkeit aus. Schließe die Augen und nimm dich bewusst wahr. Fühle die Unterlage  auf der du sitzt oder liegst, spüre die Temperatur im Raum. Dann spüre in deinen Körper: „Ist da irgendwo ein Unwohlsein oder gar Schmerzen oder ein Wohlgefühl?“ Achte auf deinen Atem, atme bewusst bis in den Bauch. Atme achtsam ein und aus. Nimm dich und das Außen mit allen Sinnen wahr.  Welche Geräusche sind da? Lausche ihnen einen Moment nach. Welche Bilder zeigen sich vor deinem inneren Auge und frag dich vor allen Dingen: „Was denkt es gerade in mir?“ Lass alle Bilder und Gedanken zu, beobachte sie und lass sie wie Wolken weiter ziehen. Folge auch deinen Emotionen: „Was fühlst du gerade?“ Bleib eine Zeit lang – so lange es dir angenehm ist – so sitzen oder liegen, nimm wahr  und beobachte nur, beobachte dich selbst wie du jetzt da sitzt oder liegst, ohne zu werten oder zu urteilen. Erlaube dir so zu sein, zu fühlen und wahrzunehmen wie es gerade ist. Dann atme ein paar Mal tief ein und aus und öffne langsam deine Augen. Nutze diesen Moment und nimm alles wahr, was du gerade siehst. Verharre so noch einen Moment bis du weiter deinen Alltag nachgehst.

 

Neuanfang

Dienstag, Juni 20th, 2017 at 16:59

Oslofjord mit Segelschiff

„Das ganze Leben ist ein ewiges Wiederanfangen.“
(Hugo von Hoffmannsthal)

Neu anfangen können wir in jedem Augenblick. Jeder Moment gibt uns die Wahl neu zu denken, zu fühlen, zu entscheiden und neu zu handeln. Wir können in alten Denk-und Verhaltensmustern verharren oder aber auch unser Denken und Sein überprüfen, ob das Alte noch Bestand hat und seine Verhaltensweisen entsprechend ausrichten.
Wichtig für einen Neuanfang ist eine Absicht oder ein Ziel. Irgendetwas bewegt uns anders zu denken oder zu handeln. Entweder zeigt sich Unzufriedenheit in unserem bisherigen Leben oder wir folgen einen Traum, einer Sehnsucht oder einer Notwendigkeit. Viele Menschen bleiben auch ganz einfach bei dem Gewohnten. Sie machen jeden Tag so weiter wie zuvor. Wer mit dem Gegenwärtigen zufrieden ist, sieht keinerlei Notwendigkeit zur Veränderung. Warum auch?
Doch wie oft ist es so, dass wir uns über eine Situation, die Arbeit oder einen Menschen ärgern und merken: „So geht es nicht weiter.“ Nun haben wir verschiedene Möglichkeiten mit dem Unerwünschten umzugehen. Zum einen können wir im Gewohnten verharren und uns weiter ärgern. Wir haben allerdings in jedem Augenblick die Wahl uns neu zu entscheiden. Irgendwann reicht es und unser Körper meldet sich vielleicht mit Burnout oder anderen Erkrankungen, wir verlieren die Arbeit oder der Partner trennt sich von uns. Spätestens dann müssen wir reagieren. Oft verstehen wir erst einmal die Welt nicht mehr oder sagen uns: „Ach hätte ich doch… .“ Da schauen wir doch lieber, wie wir mit dem Unliebsamen umgehen. Stell dir dann mal die Frage: „Was muss ich tun, damit mein Herz wieder lacht?“
Dann müssen wir schon in Kontakt mit unserem Inneren, unserem Herzen gehen und in uns hinein spüren, was uns jetzt gut tut. Oft brauche wir da nicht länger zu graben. Wir brauchen nur uns selber zu zuhören, wenn wir sagen: „Ach eigentlich müsste ich doch mehr auf mich selber hören und ich selber sein, die ungeliebte Arbeit hinter mir lassen, das längst überfällige Gespräch mit dem Partner führen, mich mehr abgrenzen oder endlich meinen Traum verwirklichen.“
Natürlich scheint es erst mal einfacher, wenn wir alles beim Alten belassen, schließlich birgt das Neue immer ein Risiko. Doch wir dürfen nicht vergessen, dass alles Neue große Chancen zum Wandel bietet. Nur wer etwas riskiert, kann neue Horizonte erreichen und glücklicher sein. Natürlich kann der neue Weg erstmal eine neue Herausforderung sein und wir lassen Vertrautes zurück. Doch da gilt es den Blick nach vorne zu werfen.
Seien wir Schöpfer unseres eigenen Lebens, fangen wir neu an, was es anzufangen gilt. Was immer uns bisher davon abgehalten hat, spielt keine Rolle, wichtig ist, dass wir uns jetzt zum Neuanfang entschieden haben.
Folgende Punkte sind zu beachten, wollen wir Neuland betreten:

 

1. Was ist meine Absicht und mein Ziel
Bevor wir einen Schritt Neuland betreten wollen, gilt sich darüber klar zu werden: „Was ist mein Ziel? Wohin will ich gehen? Welche Absicht verfolge ich? Ohne Ziel landest du im Niemandsland und „irrst“ vielleicht umher. Es reicht auch nicht nur zu wissen, was wir nicht wollen. Wir gehen ja auch nicht zum Bahnhof und sagen: „Ich will nicht nach Hannover.“ Die Person am Schalter sagt dann sicher: „Wohin wollen Sie dann?“ Ziele müssen nicht immens groß sein und damit oft auch unerreichbar für uns zu scheinen, sondern wir sollten uns klar machen, was oder wohin wir eigentlich wollen und uns immer wieder gegenwärtigen, dass das Alte uns nicht mehr gut getan hat. Vielleicht verfolgen wir auch einen Traum oder eine Sehnsucht. Je klarer unser Ziel, umso leichter findet sich ein Weg dort hin.

 

2. Das Alte würdigen und anerkennen
Alles, was wir in der Vergangenheit gemacht und erlebt haben, will geachtet und gewürdigt werden. Geh davon aus, dass du immer so gut warst, wie du unter den gegebenen Situationen sein konntest. Du hast immer dein Bestes gegeben und glaubtest, so wie du dachtest und gehandelt hast, sei es das Beste gewesen. Oft zeigt sich erst im Nachhinein, was vielleicht noch besser für dich gewesen wäre. Doch egal, wie es war, alles hat dich weitergebracht und war zu deiner Entwicklung von Bedeutung. Du bist daran gewachsen und zu dem Menschen geworden, der du heute bist.


3. Das Alte innerlich verabschieden

Solange wir an Altem und Gewohnten festhalten, kommen wir auf unserem Weg nicht weiter. Das schwere Gepäck hält uns zurück. Nimm deinen Rucksack von den Schultern, schau eventuell nochmal kurz hinein, bedanke dich für alles, was dich geprägt und weitergebracht hat und stell ihn innerlich an einem schönen Platz in der Natur ab.Was Dir lieb und wichtig war behalte im Herzen. Schöne Erinnerungen dürfen und müssen sein. Wichtig ist, dass wir alles Belastende abgeben und nach vorne schauen. Du kannst dieses Ritual verwenden oder ein kleines gefaltenes Schiffchen nehmen, es auf den Fluss setzen und so los lassen. Natürlich kannst du dir jedes andere Ritual einfallen lassen. Lass deiner Kreativität freien Lauf. Rituale haben große Kraft und helfen gerade, wenn wir uns auf einen neuen Weg machen.

 

4. Überwinde Ängste, Selbstzweifel und Bequemlichkeit
Unsere größten Hindernisse bei einem Neuanfang sind Angst, Selbstzweifel und Bequemlichkeit. Wir malen uns die schlimmsten Szenarien aus, überlegen uns was alles schief gehen könnte und womit wir womöglich nicht klar kommen.
Vielleicht sagen wir aber auch: „Dafür bin ich schon zu alt, andere können das viel besser … .“ Bei Ängsten und Selbstzweifel hilft es, sich zu fragen: „Was kann mir schlimmstenfalls passieren? Was könnte mein Auffangnetz sein?“ Fühlen wir uns zu alt oder zu schwach oder zu unbegabt, müssen wir uns fragen:“Wie viel Bequemlichkeit steckt dahinter?“
Es lohnt sich auch aus der eigenen Komfortzone heraus zu kommen.

 

5. Möglichkeiten und Chancen entdecken
Sind wir bereit für den neuen Weg, blicken wir nach vorn und schauen, was könnten sich alles für Möglichkeiten und Chancen für uns bieten? Welche offensichtlichen Möglichkeiten sind da? Was muss ich tun, damit ich sie nutzen kann? Was kann sich bestenfalls ereignen? Machen wir uns diese Fragen bewusst, schöpfen wir Hoffnung und Mut daraus.

 

6. Welches ist der erste Schritt in die neue Richtung?
Kennen wir unser Ziel und haben unseren Rucksack mit altem Gepäck abgelegt, können wir los gehen. Jetzt gilt es zu schauen: „Was ist mein erster Schritt?“. Außerdem heißt es aufzupassen, dass wir nicht den dritten Schritt vor dem ersten machen. Nur ganz wagemutige kündigen erst ihre alte Arbeitsstelle, bevor sie wissen wie es beruflich weitergeht oder kündigen ihre Wohnung, bevor sie eine neue Bleibe gefunden haben. Natürlich braucht man bei einer unglücklichen Trennung nicht warten bis ein neuer Partner in Sicht ist. Es gilt immer genau abzuwägen, was der erste sinnvolle Schritt ist und ihn dann auch zu gehen.

 

7. Welche weiteren Schritte sind notwendig für den neuen Weg?
Es macht Sinn, sich auch den weiteren Weg an zu schauen und zu erkennen: „Was muss ich bedenken und erledigen, statt blind drauflos zu laufen und in die erst beste Stolperfalle zu stürzen. Natürlich können wir nicht alle Eventualitäten planen, und wir sind nicht vor Hindernissen geschützt, aber ein wenig voraus schauend zu planen, erleichtert den Weg.

 

8. Offen für alles Neue und Unerwartete sein
Bei aller Planung und Vorausschau dürfen wir nicht vergessen offen zu sein für das Neue und Unerwartete. Manchmal hilft der Zufall nach und es fügen sich die Dinge passend für uns. Auch da gilt es aufmerksam zu sein, denn oft zeigt sich gerade nach der nächsten Wegbiegung noch ganz andere Möglichkeiten.

 

9. Im Augenblick Präsenz zeigen und einen Schritt vor den anderen setzen
Wichtig bei allem, was wir machen, ist es stets im Augenblick präsent zu sein und sich ganz auf den Moment zu konzentrieren. Wir können noch so unser Ziel herbei sehnen oder das Vergangene zurück wünschen, es ist eine Tatsache, dass uns nur der Augenblick gehört. Diesen gilt es anzunehmen und aus allem das Beste zu machen. Bekanntlich kreieren wir in jedem Moment unsere neue Zukunft. Darum gilt es zielorientiert zu sein bzw. auf unser Herz zu hören.

 

10. Hindernisse und Rückschläge gehören zu jedem Weg dazu
Zu jedem Weg gehören Hindernisse und auch Rückschläge Mit jedem Hindernis, dass wir meistern kommen wir nicht nur weiter, sondern werden auch stärker. Manchmal erleben wir Rückschläge, mit denen uns vielleicht das Leben zeigt: „Auf diesem Weg geht es nicht weiter, überleg dir eine andere Möglichkeit.“ Da gilt es meistern und nicht aufgeben.


11. Mut, Abenteuerlust und Zuversicht mit auf den Weg nehmen

Schön ist es, wenn man sich optimistisch auf den Weg macht. Je zuversichtlicher wir sind, umso leichter lässt sich der Weg gehen. Das, was wir denken, ziehen wir nach dem Resonanzgesetz, oft an. Also nicht missmutig los gehen. Jeder neue Weg birgt auch Abenteuerlust und Spannung, wie es unser inneres Kind oft liebt. Lassen wir auch dieses auf seine Kosten kommen.


12. Freude und Dankbarkeit empfinden für alles Neue und Schöne

Vergessen wir nicht die Freude mit auf „Reisen“ zu nehmen und achten auf alles, was sich an Gutem und Schönen auf unseren Weg zeigt. Blicken wir nicht nur auf die Hindernisse und geschlossenen Türen, sondern auch auf die offenen, mit ihren Möglichkeiten und gehen auch durch diese hindurch. Nimm dankbar an, was dein neuer Weg dir bringt. Entwickeln wir Gefühle der Dankbarkeit trägt dieses zur größeren Zufriedenheit bei.

 

Diese Impulse kannst du für jeden Neuanfang zur Hilfe nehmen. Nicht jeder ist gleich bereit für einen großen Neuanfang. Ich empfehle jeden, erst mal kleine Veränderungen zu wagen. Eine neue Frisur, ein anderer Platz am Tisch oder statt ein Becher Schokoladeneis, mal einen Becher Erdbeereis probieren. Mit jeder Entscheidung betreten wir Neuland. Nur Mut und denk daran:

„…Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns schützt und hilft zu leben.“
von Hermann Hesse aus „Stufen“

Sein&Werden geht weiter

Sonntag, Juni 18th, 2017 at 20:12

Lieber Leser,
nach längerer Pause freue ich mich dich wieder auf meiner Seite Sein&Werden begrüßen zu dürfen. Ebenso heiße ich alle willkommen, die meine Seite heute zum ersten Mal besuchen.
Ich habe die letzten drei Jahre genutzt, um mich noch intensiver mit mir, den Menschen und dem Leben zu beschäftigen. Gern möchte ich dich an meinen Erfahrungen und Erkenntnissen teil haben lassen, weitere Anregungen und Impulse geben, die du für dein Leben nutzen kannst. Auch wirst du hier demnächst geführte Medidationen und Seelenreisen finden. Ich gebe weiter Buchempfehlungen und berichte von Erlebnissen und schönen Highlights.

Ich freue mich auf eine schöne Zeit und grüße ab jetzt aus Dortmund
Deine Margret Schlunder

Innerer Frieden

Montag, Dezember 15th, 2014 at 14:39

Wer wünscht sich nicht inneren Frieden?

Doch was genau ist das „Innerer Frieden“?

Wie können wir dahin finden?

Nach Frieden und Harmonie sehnen sich viele, viele Menschen.
Doch was tun wir dafür?
Viele warten darauf, dass im Außen etwas geschieht, dass der Partner, der Nachbar oder der Arbeitskollege friedfertiger ist.
Doch wollen wir Frieden, heißt es erstmal im Inneren Frieden zu schließen und bei sich selbst zu beginnen.

Inneren Frieden erhalten wir je mehr wir zu uns selbst finden und jeden anderen als Individuum anerkennen und wertschätzen.
Frieden finden wir vor allen Dingen in der Ruhe und Stille, also bedarf es Augenblicke der Zurückgezogenheit, wo wir uns auf uns selbst besinnen und uns fragen:
„Wie sieht es in meinem Inneren aus?
Ist es da friedlich, was bedeutet, da sind keine Beunruhigungen und da ist niemand, mit dem ich im außen und auch nicht im inneren „Krieg“ führe oder hadere.
Da ist niemand, den ich in Gedanken mit „Pfeilen bewerfe“ und ich vermeide negative Denkschleifen über mich oder andere.

Das Wort Frieden lässt sich ableiten aus dem Hochdeutschen von „fridu“, was soviel bedeutet wie Schonung und Freundschaft.
Dies besagt Freundschaft und Verständnis mit anderen zu schließen und auch die „verschonen“, die uns nicht behagen und ihnen gute Gedanken schicken.
Manchmal müssen wir, wie es die Indianer sagen, in den Schuhen des anderen ein Stück gegangen sein, um ihn zu verstehen und nicht gar zu verurteilen.
Gelingt es uns nicht, den anderen innerlich zu segnen und sagen zu können:
„Ich verstehe Dich zwar nicht, aber ich segne Dich und Deinen Weg“, gilt es uns dies selbst zu verzeihen und nicht mit sich selbst zu hadern.
Wie sieht es mit dem Frieden in uns selbst aus?
Können wir uns selbst so annehmen, wie wir sind, mit allem, was wir waren sind und sein werden,
also zu all unseren Fehlern, Schwächen und Stärken zu stehen?
Jeder, der sich selbst annehmen kann, kann auch den anderen als Individuum anerkennen und da liegt ein, wenn nicht gar der Weg zum Frieden.
Wir zeigen leicht auf den anderen und be- und verurteilen andere und erkennen oft den eigenen Schatten nicht. Schauen wir uns doch immer zuerst selbst ins Gesicht, betrachten uns selbst, dann kommt auch das Verständnis für andere leichter.
Es gibt keine Richtlinien, wie wir zum Frieden gelangen, halten wir es mit Mahatma Ghandi:

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, den Frieden ist der Weg.“

Advent – besinnliche Zeit

Freitag, November 28th, 2014 at 11:50

Wie geht es Euch, wenn Ihr jetzt an die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeitdenkt?
Was steht im Vordergrund? Nun mal ganz ehrlich?
Die Geschenke einkaufen, das Planen, was gekocht und gebacken werden soll oder wohin man zum Essen geht?
Manch einem plagt die bange Sorge: „Wie das alles bezahlen?“ „Wie organisiere und gestalte ich alles? Schaffe ich alles rechtzeitig und zur Zufriedenheit aller alles zu erledigen?“
Wieder andere fragen sich: „Wie verbringe ich die Feiertage, wieder alleine oder …?“ Andere wünschen sich einfach nur Ruhe.

Geschäfte laden zum Shoppen ein und Adventsmärkte zum Verweilen und konsumieren.
Vieles gibt es zu erledigen, daneben der ganz normale Alltag mit seinen Aufgaben und Verpflichtungen.
Manch einem graust es gar vor dieser Zeit, die doch so schön gedacht.
Längst hat der Kommerz seinen Nutzen aus allem gezogen und sieht vor allen die Einnahmen und der Verbraucher die Ausgaben.
Überall gibt es Geschenke zu kaufen und nach Weihnachten beginnt der Stress mit den Umtauschen.
So ist für viele die Lösung da: „Verschenken wir doch Geld.“ Geldgeschenke nehmen immer mehr zu, jeder kann sich dann selbst kaufen, was das Herz begehrt. Spannend und besonders geheimnisvoll ist das nicht mehr. So geht es dann um die Frage: „Wieviel bekomme ich? Wieviel gebe ich?“ Alles wird ausgerechnet und be-rechnet.
Ach ja, zur besinnlichen Zeit gehört Advents- und Weihnachtsdeko, damit es auch ja so richtig gemütlich wird. Advents- und Weihnachtsschmuck überall, alles glänzt und leuchtet.
Doch wie sieht es in unseren Herzen aus?
Wo und wie leuchtet unser Herz ?
Warten wir nur darauf, dass uns Kinderaugen ansehen, die leuchten.
Was ist mit denen, deren Kinder erwachsen sind, auch deren Augen sollen leuchten?
Was ist mit den vielen Menschen, die keine eigenen Kinder haben. Auch ihre Herzen wollen leuchten.
Was ist mit unseren eigen, inneren Kinder, die in uns ganz tief verborgen schlummern. Auch sie haben Erwartungen an Weihnachten. Ihre Herzen wollen lachen und sich freuen?
Was braucht dieses innere Kind? Luxusartikel oder sehnt es sich immer noch nach Liebe und Anerkennung, die es nie so bekommen hat, wie es brauchte.
Wie oft leuchten Kerzen und Herzen bleiben kalt, Familientreffen und gemütliche Gesellschaften werden oft zum Fiasko, mit unterschwelliger Ent-täuschung oder Hader und Streit.
Gerade in dieser so besinnlich Zeit, die so voller Erwartungen, gerade auch von unseren inneren Kindern sind, kommt es Stimmungsmäßig leicht zum Überkochen, was schon lange unterschwellig brodelte.
Da sind Hoffnungen und Erwartungen, die meist nicht erfüllt werden können.
Was steckt dahinter, wenn man nicht das richtige iPad bekommen hat und deswegen unzufrieden ist oder der Pullover hat nicht die richtige Farbe?
Man denkt, man hat an alles gedacht, aber ausgerechnet der Game boy für den Jüngsten hat man nicht, Enttäuschung noch und noch, obwohl da soviel andere Geschenke sind.
Wieviel Geschenke bedarf es überhaupt?
So fallen wir dann aus allen Wolken, wenn unsere Geschenke nicht so gewertschätzt werden, wo wir es doch so gut gemeint haben.
Wir machen alles so gut wie möglich und doch fehlt oft etwas.

Zwischenmenschliche Wärme, das Licht im Herzen, Ruhe und Frieden.
Wie gelangen wir dahin?
Macht Euch jeden Tag ein 15-Minuten-geschenk.
Wir können die Zeit und die Hektik im Außen nur schwer abstellen, aber damit wir in unserem Inneren zur Ruhe kommen, bedarf es nur sehr wenig.
15 Minuten der Ruhe, der stillen Einkehr, Sitzen in der Stille – Meditation oder 15 Minuten gar nichts tun, 15 Minuten in der Stille einen kleinen Spaziergang machen, tief durchatmen und andere Entscheidungen treffen. Sich entscheiden für eine langsamere Gangart, für Frieden im Herzen.
Selbst, wenn es Missstimmungen gibt, sobald einer und sei es im Inneren Frieden schließt, kann der andere allein keinen „Krieg“ führen.
Mit einer Viertelstunde am Tag, nur für sich allein und zur Ruhe kommen, entkommen wir leichter dem Advents- und Weihnachtsstress, ordnen neu unsere Gedanken, legen evtl. andere Schwerpunkte
und sind ein bißchen mehr bei uns. Dazu ein bestimmtes Licht anzünden, das Besinnungslicht.

Ich wünsche allen eine besinnliche und frohe Advents-und Weihnachtszeit

Margret Schlunder

Die Kunst sich selbst zu lieben

Montag, März 24th, 2014 at 21:01

Hallo liebe Leser,

Selbstliebe ist ein beliebtes Thema, alle sprechen von ihr,
es ist etwas, von der viele reden, viele meinen zu wissen, wie das geht.
Da ist schon der erste Stolperstein. In Wahrheit geht es um Gefühle und in sich selbst zu spüren,
ebenso geht es auch darum bei sich Selbst zu bleiben.

Es werden darüber viele wertvolle Bücher geschrieben, Vorträge gehalten und Seminare angeboten,
in dem man Anregungen bekommt sich selbst zu lieben und sich selbst anzunehmen, ganz so wie man ist.
Viele Menschen geben gefragt oder ungefragt gut gemeinte Ratschläge und möchten Wege aufzeigen,
was jetzt im Moment am wichtigsten für Dich zu sein hat.

Wobei immer zu beachten ist, “Was will der andere mir damit gerade sagen?
Warum bekomme ich gerade so viel Aufmerksamkeit?
Worum geht es hier im Moment gerade wirklich?”

Was steckt hinter der angeblichen Fürsorge anderer Menschen wirklich?
Meinen sie ehrlich, was sie sagen?
Sprechen sie aus reinem Herzen und handeln sie aus dem tiefen Gefühl der Liebe zum Nächsten?
Viele Menschen geben viele gute Anregungen, welche uns auch bereichern können auf die ein oder andere Weise.
Warum beschäftigen sich so viele Menschen mit dem, was andere tun und mit der Frage, wie ein Mensch zu sein hat?
Wovon lenken diese Menschen ab und vermeiden so die Selbstbetrachtung?

Setzt ein Mensch sich gar für eine sogenannte gute Sache, eine Herzensangelegenheit ein,
kann es zu Infragestellungen kommen, bei denen eventuell nachgeforscht wird, mit der Begründung:
“In wie weit ist derjenige überhaupt dazu berechtigt, da was Neues ins Leben zu rufen?”
“Wie sieht denn dessen Privatleben aus?”
“Gibt es dort nicht auch irgendwo Makel, Fehler und dunkle Flecken, das es besser ist, denjenigen davon abzuhalten?”
Wenn wundert es da, dass viele Menschen erst gar nicht anfangen, sich für etwas Gutes einzusetzen,
da die Frage nach der absolut reinen Weste immens hoch ist.

Dabei geht es bei Herzensangelegenheiten mal nicht um Leistung und Perfektion,
doch manche Menschen können sich erst mal nur schwer davon lösen.
Sie träumen von mehr Liebe in der Welt und das sich etwas ändert, doch stellen auch daran wieder Bedingungen.
Da heißt es sich doch mal zu fragen: “Was ist Liebe denn überhaupt?”
Statt weitreichender Erklärungen, empfehle ich doch mal Liebe zu fühlen.

Einig sind wir uns sicher in dem Punkt:
Alle sehnen sich nach Liebe, die meisten von uns haben da ein erhebliches Defizit und viele leiden unter emotionaler Unterernährung.
Etliche Menschen sind auf ihrem Weg durch das Leben, durch schmerzliche Erfahrungen in ihrer Gefühlswelt,
von dem Zugang zu ihrem Herzen abgeschnitten oder haben es ganz zu gemacht, um innere Verletzungen nicht mehr so intensiv zu fühlen.

Den Weg zur wahren Selbstliebe kennen jene am besten, die viele Wege gegangen sind,
Krisen und Hindernisse überwunden haben oder sich sogar gerade mitten in einem
Hexenkessel zu befinden scheinen, wo viel hinterfragt und fehlinterpretiert wird.
In solchen Augenblicken dennoch bei sich selbst zu bleiben und auf sich selbst zu bauen,
was auch bedeutet, zu seinen Fehlern und Schwächen zu stehen,
seine eigenen Stärken und Fähigkeiten zu erkennen und sich auf sich selbst zu vertrauen.
Es ist ein Pflänzchen der Liebe zu sich selbst, der Liebe zum Nächsten,
zu dem was größer ist, als man selbst, es ist der Weg des Herzens,
mitten hindurch, durch alle Wirrnisse des Lebens, das Vertrauen auf die eigene Kraft, das Angekommen sein in seinem Körper
und genau zu fühlen, das Herz weitet sich jetzt gerade, dann bin ich richtig und das ist stimmig
oder es zieht sich alles zusammen, dann weiß ich, da stimmt was nicht.

In einem solchen Fall heißt es neu zu überdenken, noch mal in sich hinein zuspüren, eine neue Sichtweise einnehmen,
die Perspektive zu wechseln, alles noch mal auf dem Kopf zu stellen und nach anderen Möglichkeiten Ausschau zu halten,
so lange nach Lösungen und Antworten zu fragen, bis das man spürt:

“Ja, das fühlt sich weit und gut an:”

Es heißt eigene Fehler zu erkennen und als solche anzunehmen, ändern was ich ändern kann,
Konsequenzen zu tragen, wo diese notwendig sind,
die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen, in seine eigene Schöpferkraft zu kommen,
vergeben, verzeihen und vergessen, wo es nötig und möglich ist, sich abzugrenzen, neu und anders durchzusetzen,
dem eigenen Träumen, Sehnsüchten und Zielen vertrauen und
seiner Bestimmung unentwegt zu folgen, niemanden mehr über sich selbst zu setzen, also bei sich zu bleiben,.

Rücksicht nehmen im Sinne eines guten Zusammenlebens in einer Gemeinschaft.
Das heißt auch, sich zu befreien von falscher Rücksichtnahme, den eigenen Träumen mehr verpflichtet zu fühlen,
statt andere weiter darin zu unterstützen ihre Träume umzusetzen, welche sich oft dann auf ihren Lorbeeren ausruhen,
Geld im Übermaß verdienen und nicht selten Macht ausüben.

Es ist das Besinnen auf das, was einem selbst wichtig und richtig erscheint,
da wo man sich befreit fühlt, von dem, was irgendwelche Leute sagen könnten und meinen,
weg zu kommen vom Obrigkeitsdenken, von irgendwelchen Unterdrückungen oder Hörigkeiten, von Abhängigkeiten sei es von Geld,
emotionalen Erpressungen oder das Erfüllen von Bedingungen oder etwas anderem, etwas,
das man nicht als richtig und stimmig für sich selbst empfindet.

Das bedeutet ganz konkret: “Die meisten Menschen haben in ihrer Kindheit und auch im weiteren Leben viel zu wenig Liebe bekommen.
Es gibt viele Experten und die, die sich für solche halten, welche gerne empfehlen:
Liebe Dich doch ganz einfach selbst, mehr braucht es nicht, alles andere kommt wie von selbst.
Das ist doch so einfach oder nicht? Mehr ist es nicht!

Wenn es jedem so leicht fallen würde, warum geben wir immer noch den anderen so viel Macht über uns?
Warum ignoriern viele die Stimme ihres Herzens und verraten ihre Seele immer wieder, statt sich auf sich selbst zu besinnen
und zu sagen : “Hey, es ist ein schöner Tag, egal, was andere denken und sagen. Ich mache jetzt mein Ding.”
Sicher muss man mit frischem Gegenwind rechnen, doch die eigene Richtung einzuschlagen, ist es allemal wert.

Irr-wege und Chancen im Angesicht von Krankheit, Tod und Trauer

Montag, März 10th, 2014 at 22:01

Viele haben schon mal im Bekanntenkreis mitbekommen oder gar hautnah erlebt, wie von einem auf den anderen Augenblick sich das Leben um 180 Grad verändern kann.

Ein Beispiel, eine Situation, wie sie jeder von uns in jedem Augenblick treffen kann.

Menschen leben ihren Alltag, geben auf vielfältiger Weise ihr Bestes. Plötzlich ein Ein-bruch, heftige Beschwerden oder auch nicht und sie müssen sich einer niederschmetternde Diagnose stellen: Krebs und der Partner bekommt die gleiche Diagnose: Krebs.

Alle sind zunächst erstmal fassungslos, ganz zu schweigen von den Menschen, die diese Diagnose gestellt bekommen und damit fertig werden müssen.

Von jetzt auf gleich müssen weitreichende Entscheidungen getroffen werden, es folgen Krankenhausaufenthalte, manchmal beide gleichzeitig, Chemo oder nicht, ist eine riskante OP nötig und wenn ja, was ist zu beachten? Was gibt es sonst noch für Wege? Oft bleibt gerade für diese lebenswichtigen Fragen und Entscheidungen nicht mal die Zeit.

Erstmal will es niemand richtig wahrhaben, doch der Ernst der Lage wird immer deutlicher, da sind Hoffnungen und Ängste bei den Betroffenen, immer wieder Hilflosigkeiten, Unsicherheiten, klare, aber auch unklare Absprache bei den Hilfeleistenden, nach dem Motto: „Wer macht wann was oder warum nicht?“

Viele Hände helfen mit, tun was sie können, unterstützen, regeln, machen und tun ihr Bestes.

Einige sind einfach nur da, hören zu, andere übernehmen eine Aufgabe. Im Grunde ist es eine besondere Chance sich näher zu kommen und in jeglicher Hinsicht das Gefühl von Gemeinschaft zu erleben, mit dem Ziel: „Wir sind für Euch da, wir begleiten euch, kümmert Euch jetzt mal nur ganz um euch selbst.“

Doch leider ist es wie überall im Leben, gerade dies klappt jetzt überhaupt nicht.

Da sind all die anderen Aufgaben des Alltags, sei es Wäsche waschen, kochen und Formulare und Anträge ausfüllen, welche in großer Zahl ins Haus flattern und meist schnellstens erledigt werden müssen. Wie oft sehen Betroffene, die kaum eine oder gar keine Unterstützung haben, sich ratlos Fragen gegenüber gestellt, die sie in dem Moment nicht wirklich beantworten können und sich mit ganz anderen Themen beschäftigen.

In so einer Situation steht so unwahrscheinlich viel Schreibkram an, bei zwei Personen natürlich doppelt so viel, nicht immer ist jemand zur Unterstützung da.

Was machen die Menschen, die keine Angehörigen oder Freunde haben, die ihnen zur Seite stehen?

Wenn dann noch eine große Entfernung dazwischen liegt, spielt auch das eine Rolle, jeder der Helfenden hat seinen eigenen Alltag mit seinen Herausforderungen, hat vielleicht mit einer eigenen Krankheit zu tun und jeder hat darüber hinaus noch andere Aufgaben, den Beruf, die eigene Kernfamilie und weitere Familienangehörige, die auch mal Zuwendung und Aufmerksamkeit brauchen und ganz besonders wichtig, sind Zeiten der Ruhe und Entspannung, sonst geht irgendwann gar nichts mehr.

Es kommt so leicht zu Missverständnissen und Unstimmigkeiten. Das ist einfach in jeder Familie so, besonders in solch einer Ausnahme-Situation. Niemand weiß, was wird sein und wann tritt wieder „Normalität“ ein?

Was ist überhaupt „Normalität“?

Da, wo es zuvor Unstimmigkeiten und Unklarheiten gab, kommen gerade diese jetzt ans Licht und verschärfen sich.

Sind wir alle ehrlich zu einander, diese gibt es in jeder Familie.

Zu all den Herausforderungen, allem Kummer, allem Leid und der Trauer um die Verstorbene, welche sich all den Menschen, die in dieser Situation mit involviert sind und Anteil nehmen, gibt es immer auch die Menschen, die nicht unmittelbar betroffen sind.

Da sind immer auch Menschen, die meinen urteilen und verurteilen zu müssen.

Dadurch kann großer Schaden für alle Menschen, die aus tiefsten Herzen und mit viel Einsatz all die Wochen und Monate ihr Bestes gegeben haben,

entstehen, so wird  Zwietracht gesät.

Menschen, die zueinander gefunden haben, werden entzweit. Wozu soll das gut sein?

In solchen Situationen können  auch mal andere Dinge, die für das Umfeld bisher immer selbstverständlich waren etwas zu kurz kommen.

Nicht jeder hat dafür Verständnis.

Anteilnahme und Einsatz werden tatsächlich in Frage gestellt, mögliche  finanzielle Vorteile unterstellt, wo klar ist, dass da gar nichts zu holen gibt oder es werden nach Fehlern, Schwächen und Defiziten der Helfer gesucht. Wie oft kommen gerade in dieser Situation Fragen danach auf, wie wir uns um die Gräber verstorbener Angehörigen kümmern.

Wie wichtig ist gerade diese Frage? Was sagt die Grabpflege über das Angedenken lieber Verstorbenen aus? Es zählt doch einzig, was in unserem Herzen ist.

Die Heimgegangenen spüren dieses doch genauso wie jede liebevolle Grabpflege. Selbst bei der Pflege von Gräbern wird noch verglichen und geurteilt.

Haben wir Menschen nichts anderes zu Tun?

Bleibt die Frage : „Wer braucht mehr Aufmerksamkeit? Die Lebenden oder die Toten?“

Wer hat überhaupt ein Recht zu urteilen?

Manchmal heißt es eben Priroritäten zu  setzen?

Dabei kann das eigentlich Wertvolle und Kostbare Geschenk, das wir erleben können, wenn Menschen sich dem Ende ihres Lebens gegenüber stehen leicht übersehen werden.

Bei den Besuchen kommt es nicht mehr auf die blitzblank geputzte Wohnung, das adrette Äußere, den reichlich, gedeckten Tisch samt Deko an, ebenso wenig  nicht, wer wann wie viel  geleistet hat im Leben oder welches Ansehen jemand in der Gesellschaft hat.

Es zählt einzig für einander da zu sein. Selbst wenn einer nur mal kurz herein schaut und sagt: „Das hast Du nicht verdient.“ und spürbar Anteil nimmt, so ist auch dieses zu würdigen. Ich bin sicher, die im Sterben liegende Person spürt genau, was ehrlich gemeint ist.

Wie leicht kann so das eigentlich Wertvolle und Kostbare Geschenk, das wir erleben können, wenn Menschen sich dem Ende ihres Lebens gegenüber stehen, leicht übersehen werden.

Erleben zu dürfen, wie ein Mensch sich wandelt und in ganz besonderer Weise zu sich selbst findet, berührt in einzigartiger Weise.

Das Miterleben, wie Tränen fließen.

Tränen über die verlorene Zeit. Tränen über überflüssigen Streit. Tränen über das, was hätte sein können.

Tränen, die Liebsten zurück lassen zu müssen und das ist das, was Sterbenden am Ende oft am Schwersten fällt.

Die Erkenntnis einer Sterbenden: „Das Wichtigste ist die Familie und insbesondere die Kinder,“  dies sind wichtige Worte, die ich gerne allen weitersage.

Welchen Platz geben wir unseren Kindern im Leben?

Wie geben wir ihnen am Besten Halt und Orientierung?

Es ist nicht das viele Geld, was zählt, einzig die Liebe, die wir geben und das, was an Liebe zurückbleibt.

Ihr letzter Wunsch war Frieden und das die Menschen zusammenstehen, die zusammen gehören.

Ein schöner  Wunsch, den viele teilen. Doch Frieden fängt bei jeden und in sich selber an.

 

 

 

 

 

 

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